ZUKUNFTSMUSIK?

Eigentlich hätten wir am 14. Mai das Konzert GENERATION ZUKUNFT MUSIK im Forum hören dürfen. Leider hat uns die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Konzert bleibt vorerst leider – Zukunftsmusik…

Das Konzert wäre von den Ensembles unserer vier Bildungspartner gestaltet worden: dem Goethe-Gymnasium in Ludwigsburg, dem Helene-Lange-Gymnasium in Markgröningen, dem Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart und der Jugendmusikschule in Ludwigsburg, die über viele Monate ein vielseitiges Programm erarbeitet haben.

Drei dieser Ensembles hatten wir noch vor Corona in den Schulen besuchen können, haben die Schülerinnen und Schüler kennengelernt, uns und das Festival vorgestellt. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, was uns als Festival bewegt, und sie gefragt, was sie bewegt. Und natürlich haben wir uns einen Teil ihrer Proben angehört. Dort haben wir bereits einen kleinen Einblick erhalten, was uns auf der Bühne erwartet hätte – zum Beispiel improvisierte der Chor der 6. Klassen des Goethe-Gymnasiums unter der Leitung von Frau Weindel mit Sprachclustern und Rhythmen zu Themen, die die Schüler*innen aktuell bewegen!

Nach wie vor hoffen wir auf einen Ersatztermin im Herbst, aber in der aktuellen Situation ist noch nicht absehbar, wann ein Arbeiten in den Ensembles und große Konzerte wieder möglich sein werden. Deshalb versuchen wir es bis dahin mit einem digitalen Austausch, denn wir möchten mit den Schülerinnen und Schülern auch gerade in diesen Zeiten in Kontakt bleiben und von ihnen wissen, wie es ihnen geht und was sie aktuell beschäftigt. Wir haben ihnen also, wie allen unseren Künstler*innen, per E-Mail die 3 Fragen geschickt, die uns bewegen: Wir stehen. Was bewegt dich gerade? Was kommt danach? Und uns erreichen spannende Antworten, die Sie auch unter der Rubrik »Wohin gehen wir?« nachlesen können!

Zum Beispiel diese hier von Franziska, die im Schulorchester des Goethe-Gymnasiums Ludwigsburg Geige spielt:

Wir stehen.
Was bewegt dich gerade?

  • Die vielen Menschen, die an Corona erkranken / erkrankt sind
  • Der Zusammenhalt in der Welt
  • Die vielen Arbeitslosten
  • Die Vorsichtsmaßnahmen
  • Das Kontaktverbot
  • Wann ich wieder in die Schule darf
  • Wann alles wieder »normal« wird
  • Wann und mit wie vielen Gästen meine Konfirmation stattfindet
  • Wann ich meine Freundinnen wieder sehe

Was kommt danach?

  • Eventuell besserer Zusammenhalt in der Welt
  • Bei bisher schlechter gesundheitlicher Versorgung, vielleicht Verbesserung
  • Man wird das bisher Selbstverständliche (z.B. treffen mit Freunden / großen Gruppen, zur Schule gehen oder keinen Abstand halten) sehr schätzen
  • Der Krieg wird wieder beginnen
  • Viele Menschen werden verarmt sein

Ebenfalls geschrieben hat uns Julia, die in der Ensemble-AG des Helene-Lange-Gymnasiums Markgröningen Querflöte spielt:

Wir stehen.
Zwar sind wir inzwischen zu einem Stillstand gekommen, auch wenn dieser so langsam wieder aufgehoben wird, aber muss Stillstand unbedingt schlecht sein? Kann er nicht auch hilfreich sein, gerade in einer so schnelllebigen Welt wie der unseren?

Was bewegt dich gerade?
Im Moment gehen mir die Fragen durch den Kopf, die sich so viele Leute stellen: Wann ist eine Normalität, wie wir sie kennen wieder möglich? Wann gibt es einen Impfstoff gegen das Virus? usw. Trotz all dieser Fragen, die uns direkt betreffen, finde ich, dass man die anderen wichtigen Themen nicht vernachlässigen darf. Der Klimawandel ist nicht verschwunden und die Situation in den armen Ländern der Welt hat sich in keinem Fall verbessert, auch das sind Dinge, über die man nachdenken sollte, auch in so einer Zeit.

Was kommt danach?
Ich glaube nicht, dass die Welt so schnell wieder die alte wird. Wenn es gut ausgeht, haben wir vielleicht eine Chance auf Verbesserung, vielleicht wird die aufgebaute Solidarität erhalten bleiben und auch der Respekt, den sich viele Menschen verdient haben, der aber erst jetzt entstanden ist (bspw. für Leute in „systemrelevanten Berufen“), könnte die Krise überdauern.

Was nun vorerst leider ebenfalls entfallen muss, sind die persönlichen Begegnungen zwischen Schüler*innen und den Musiker*innen unseres Festspielorchesters. Um zumindest digital Kontakt zu halten, haben wir uns überlegt, dass jede Schülerin und jeder Schüler, der die Fragen beantwortet, sich ein Mini-Konzert zu einem Gefühl oder Thema wünschen darf. Dieses wird dann von einem Mitglied des Festspielorchesters musikalisch umgesetzt, aufgezeichnet und an die Schülerin oder den Schüler geschickt. Wir freuen uns, Ihnen hier die ersten beiden kreativen Antworten präsentieren zu können:

Andreas Vogel aus dem Festspielorchester hat den Begriff »Kakteen« umgesetzt und hat extra für Franziska einen Welterfolg neu arrangiert:

Und Carlos Cota Lopez, Musiker im Festspielorchester, hat für Julia dieses Video zum Thema »Prüfung« aufgenommen:

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Blog der Ludwigsburger Schlossfestspiele

»Resonanz ereignet sich, wo Menschen von etwas erreicht, berührt, bewegt werden – und darauf Antwort erhalten.« Ganz im Sinne von Hartmut Rosa wollen wir auch in diesen Zeiten mit euch im Austausch bleiben und unsere Gedanken zu Kunst, Demokratie und Nachhaltigkeit nicht verstummen lassen. Mit unserem Blog laden wir euch ein, zu stöbern, zu entdecken und zu kommentieren. Wir freuen uns auf euch!

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