By design not disaster! – Die Transformationsagenda 2030

Mut und Geschlossenheit sind die Wurzel einer jeden radikalen Veränderung. Mit diesem Wissen schrieb auch Giuseppe Tomasi di Lampedusa seinem Protagonisten Prinz Tancredi in »Der Leopard« folgende Worte zu: »Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist nötig, dass alles sich verändert.«

Es scheint, als haben die 193 Mitglieder der Vereinten Nationen aus tiefem Einverständnis heraus die Agenda 2030 – und damit 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – verabschiedet. Als globaler Fahrplan für die Zukunft soll diese langfristig ein gutes Leben ermöglichen. Gleichzeitig beinhalten diese Ziele die dringliche Aufforderung zu einem radikalen Richtungswechsel. Denn gerade mit dem Wohlstand in den westlich geprägten Ländern ist auch ein unmoralischer, da exorbitanter Lebensstil gewachsen, von dem es sich zu Gunsten einer lebenswerten Zukunft zu verabschieden gilt.

Mit 17 Zielen, 169 Unterzielen und 230 Indikatoren haben die Vereinten Nationen einen strategischen Rahmen entwickelt, der nicht nur ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen umfänglich beachtet, sondern auch eine globale Zusammenarbeit erleichtert. In den Zielen sind fünf Kernbotschaften verankert: die fünf Ps – People (Menschen), Planet (Erde), Prosperity (Wohlstand), Peace (Frieden) und Partnership (Partnerschaften). Sie betonen das Streben nach einer Welt ohne Hunger und Armut, die Wohlstand für alle bietet und in denen die natürlichen Lebensräume aller respektiert werden. Einer Welt, in der Frieden und Menschenrechte gesichert werden und das Handeln aller Institutionen auf friedlichen Partnerschaften beruht.

Die Transformationsagenda stellt sozusagen eine gemeinsame Wertebasis für alle Länder dieser Welt dar. Besonders wichtig ist, dass die Ziele universell und unabhängig vom Entwicklungsstadium der jeweiligen Länder bearbeitet werden. Ebenso gefordert wird die Zusammenarbeit aller Sektoren eines Landes, also von Wirtschaft, Politik, Non-Profit-Organisationen und der Gesellschaft. Deutlich wird darin ein Umbau zur Nachhaltigkeit, zu dem beispielweise der Kampf gegen Armut und Ungleichheit, verantwortungsvoller Konsum oder der umfangreiche Schutz von Biodiversität gehören. All das verlangt viele Investitionen, nicht zuletzt auch in Bildung, Forschung und Entwicklung. Vielmehr jedoch verlangt diese große Transformation einen gemeinsamen Lern- und Suchprozess.
Der Weg zur Nachhaltigkeit – das ist letztlich unser aller Weg. Auch Amina J. Mohammed, die Vize-Generalsekretärin der UN, ermunterte unseren Intendanten Jochen Sandig in New York, auch mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen als Kulturinstitution diesen Weg einzuschlagen: »We created the roadmap and now we need music, dance and all the arts to set people in motion.«

Gerne möchten wir Menschen in Bewegung setzen und gemeinsam den Weg von Haltung zu Handlung gehen. Dazu stellen wir drei Fragen an den Anfang: »Wo stehst du? Was bewegt Dich? Wohin gehen Wir?« Denn wir sind davon überzeugt, dass die Künste Gespräche, Impulse und Perspektivwechsel ermöglichen, die dazu führen, eigene Antworten auf die gegenwärtigen Fragen zu formulieren und auch individuelles Verhalten zu ändern.

Um sich auf dem Weg von Haltung zur Handlung inspirieren zu lassen, stellen wir euch im Projekt WELT BÜRGER INNEN 17 Personen vor.

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Blog der Ludwigsburger Schlossfestspiele

»Resonanz ereignet sich, wo Menschen von etwas erreicht, berührt, bewegt werden – und darauf Antwort erhalten.« Ganz im Sinne von Hartmut Rosa wollen wir auch in diesen Zeiten mit euch im Austausch bleiben und unsere Gedanken zu Kunst, Demokratie und Nachhaltigkeit nicht verstummen lassen. Mit unserem Blog laden wir euch ein, zu stöbern, zu entdecken und zu kommentieren. Wir freuen uns auf euch!

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